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Die Hiobsbotschaft

February 27th, 2004

Ich hatte recht, gestern war der Tag der Entscheidung, und heute bekam ich sie mitgeteilt. Die Stelle, auf die ich gehofft hatte, wurde an die Industriekauffrau vergeben. Wie ich es mir vorgenommen hatte, bin ich sofort zum Betriebsrat und habe ihnen meine Situation geschildert. ich war mindestens eine halbe Stunde dort, und gemeinsam haben wir die Lage besprochen. Dann bekam ich vier Stellen vorgelegt, auf die ich mich bewerben könnte. Eine davon ist leider schon vergeben, eine andere für mich nicht geeignet, weil man dazu mehr Berufserfahrung braucht. Auf die anderen zwei habe ich mich nun beworben. Mal sehen, was dabei heraus kommt. Insgesamt habe ich heute schon wieder vier Bewerbungen weggeschickt, eine davon als Sekretärin…besser als nichts! Ach ja, und dann hatte ich heute morgen ja noch ein Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma. Das hätte ich mir aber schenken können, weil ich im Prinzip nur nochmal das gefragt wurde, was ich am Telefon schon von mir erzählt habe, und meine Unterlagen abgegeben habe. Geführt wurde das Gespräch von der gelangweiltsten, desinteressiertesten und arrogantesten Personalreferentin, die ich je erlebt habe. Eigentlich sollte ein freundliches Auftreten doch zu ihrem Job gehören, aber ich hatte das Gefühl, sie würde gerade alles andere lieber tun, als mit mir zu reden. Glaubt mir, mir ging es genauso, aber ich durfte es natürlich nicht zeigen. Das Ganze dauerte nur fünf Minuten. Sie stellt mich jetzt bei zwei Arbeitgebern vor, und ich weiß eigentlich nicht einmal, ob ich auf die Stellen hoffen soll, da sie beide erst einmal auf drei Monate begrenzt sind, die eine sogar 1-3 Monate. Außerdem habe ich mit meinem ehemaligen Diplomarbeistbetreuer telefoniert, der sich auch noch einmal für mich umsehen will. Ich soll ihn am Montag nochmal anrufen. Zum Glück habe ich in zwei Stunden Feierabend, denn meine Motivation ist nach all diesem Hin und Her so weit am Boden wie noch nie. Ich bin froh, wenn ich hier raus kann und Veit von der Arbeit abholen. Dann gehen wir zu mir und um acht gehen wir bowlen. Gestern abend herrschte eine seltsame Stimmung zwischen uns, sehr gereizt. Wir gingen Billard spielen, aber ich kann dieses Spiel nicht und bin eigentlich nur ihm zuliebe mit. Dann hat er natürlich ständig gewonnen, und mein Gesicht wurde immer länger, weil ich eine absolut miserable Verliererin bin. Außerdem hatte ich Bauchschmerzen. Nach dem dritten Spiel hatte Veit dann auch keine Lust mehr, was mir natürlich leid tat, also lud ich ihn kurzerhand ein. Das brachte aber nichts, die Stimmung war dahin. Die ganze Heimfahrt und auch zuhause gifteten wir uns an. Er hockte sich an den PC, ich mich auf die Couch und starrte die Wand an. Außerdem machte ich mir Sorgen, denn diese Kommillitonin hatte angerufen, und ich hatte gehört, wie nett sich die beiden unterhalten haben, und das auch noch, wenn ich gerade zicke und bocke. ALso hatte ich noch mehr Angst, ihn an sie zu verlieren. (Das Bowling mit den beiden wurde übrigens verschoben um zwei Wochen.) Ich wusste, wie blöd ich mich verhielt, aber irgendwie kam ich da nicht raus. Schließlich setzte sich Veit zu mir und nahm mich in die Arme, war lieb zu mir und wir gingen ins Bett, um uns dort noch zu unterhalten. Er zündete drei Kerzen an und stellte leise das Radio an, und ich war überwältigt. Sowas hatte ich ja garnicht verdient bei meinem Getue! Wir unterhielten uns lange, und sofort war die Stimmung wieder bestens. Ihr könnt Euch denken, wie der Abend endete ;o) Von Tanja habe ich übrigens kurz nach meinem letzten Eintrag doch noch gehört, sie hat auf meine SMS geantwortet, dass sie sich spontan Urlaub genommen hat. Jetzt ist sie bei ihrem Freund zuhause. In einer Woche geht’s ab zu Veit’s Eltern, einen Tag besuche ich meinen Bruder und auf dem Rückweg schauen wir noch bei meinen Eltern vorbei und gehen Karpfen essen. Tut sicher auch gut, die Familie mal wieder um sich zu haben.

Tag der Entscheidung?

February 26th, 2004

Heute wird es sich wohl entscheiden, ob ich die Stelle hier in dem anderen Bereich bekomme, oder nicht. Gestern war meine vom Betriebsrat aufgezwungene “Konkurrentin” zum Probearbeiten dort, und wie ich über meine Freundin in dieser Abteilung erfahren habe, kam sie wohl ganz gut an. Da sie ja den Übernahmeverpflichtungs-Bonus hat, bin ich also raus aus dem Rennen. Nun muss ich nur noch warten, bis ich die Entscheidung offiziell mitgeteilt bekomme. Eins ist aber sicher: Wenn ich die Absage habe, stehe ich beim Betriebsrat auf der Matte. Hier laufen einige Dinge schief, und als es damals um meine Einstellung ging und ich noch keinen Job hatte, hat der BR aber dennoch nicht die Einstellung von zwei Leuten aus Mannheim verhindert. Das kommt mir doch recht seltsam vor, und ich bin gespannt, wie man mir das erklären möchte. Zu verlieren habe ich ja in dieser Firma sowieso nichts mehr, wenn das mit dieser Stelle nicht klappt. Und bis zur Arbeitslosigkeit bleibt mir noch ein Monat…

Gestern abend haben Veit und ich dann doch nichts mehr unternommen. Das Calypse-Treffen, zu dem wir wollten, wurde aus irgendwelchen Gründen (ich glaube, wegen Aschermittwoch) auf heute verlegt. Wir wissen aber noch nicht, ob wir hingehen, denn die Leute, die bisher angemeldet sind, sind alle nicht so ganz unser Geschmack. Vielleicht gehen wir auch mit Lemming und Susi bowlen, wenn die dazu Lust haben, aber eigentlích bin ich dazu zu pleite. Zum Glück gibt’s morgen Gehalt.

Morgen, das ist auch wieder so ein Thema. Morgen gehen wir nämlich mit einer Studienkollegin von Veit und ihrem Freund bowlen. Dazu muss ich sagen, seit einem Semester studiert mein Schatz nebenberuflich Betriebswirtschaft. Und eine seiner Kommillitoninnen (was für ein Wort!) ist mir seit jeher ein Dorn im Auge. Er selbst hatte mir nämlich erzählt, sie würde sich an ihn heran machen. Zwar hat sich mittlerweile heraus gestellt, dass das ein Missverständnis war, aber trotzdem stinkt es mir, wenn ich nach jeder Vorlesung ständig ihren Namen höre. Veit meint, er könne sie ja nur so gut leiden, weil sie mir in vielen Dingen so ähnlich ist. Aber soll mich das beruhigen? Ich habe Angst, dass er “Ersatz” für mich findet…. Jedenfalls gehen wir morgen abend zu viert weg, und glaubt mir, ich werde sie sehr genau beobachten!

Von Tanja höre ich nichts mehr. Keine eMail, nichts. Vorhin habe ich ihr dann eine SMS geschickt, aber auch darauf kam keine Antwort. Jetzt überlege ich wirklich, ob ich sie einfach anrufen soll, denn ich mache mir ja fast schon Sorgen. Wenn sie spontan Urlaub genommen hat, könnte sie doch wenigstens auf meine SMS antworten, oder? Ich werde wohl noch heute abwarten und mal in der Calypse schauen, wann sie zuletzt online war. Und ansonsten rufe ich bei ihr an. Nicht, dass sie sauer ist aus irgendeinem Grund!

Jenny, meine Freundin in der anderen Abteilung, hat mich wieder über den grünen Klee gelobt wegen der Geschichte, die ich gerade für sie schreibe. Sie gibt mir ein paar Stichworte, und ich mache daraus dann eine Geschichte, wie früher in der Schule die Reizwortgeschichten. Mittlerweile hat das Ding so an die zehn Seiten, aber ich hab eine Blockade. Ich weiß genau, was ich schreiben will, aber ich kriege es nicht gescheit formuliert. Aber ich weiß, dass das nur eine Durststrecke ist. Wenn ich mich da durch gequält habe, dann läuft es wieder wie von selbst und macht Spaß. Jenny’s Lob tut gut, aber ich bin da immer ein wenig skeptisch, wenn das von Leuten kommt, die ich gut kenne. Obwohl ich fest davon überzeugt bin, dass sie es mir sagen würde, wenn ich schlecht schreiben würde, denn ehrlich ist sie.

Der erste Versuch

February 25th, 2004

Nachdem ich mich soeben einige Stunden ausgiebig der Lektüre eines Online-Tagebuchs gewidmet habe, habe ich mich spontan entschlossen, selbst eins zu verfassen. Mal sehen, was daraus wird, ob das auch eine der Sachen wird, die man als große Projekte beginnt, und die bald irgendwo verstauben.
Beim ersten Eintrag sollte ich natürlich zunächst einmal von mir erzählen. Da ich im Internet eigentlich nur unter dem Namen Liz_Parker verkehre, den ich aus der Pro7-Serie Roswell geklaut habe, werde ich nun auch hier so heißen. Ich bin also die Liz, 22 Jahre alt und wohne in Stuttgart. Hier arbeite ich bei einer großen deutschen Firma, deren Namen ich lieber nicht nenne, für den Fall, dass mein Arbeitgeber hier herum stöbert ;o) Mein Vertrag läuft aber zum 31.03. aus, und so bin ich derzeit noch intensiv auf Jobsuche. Pro Tag versende ich per eMail und per Post zwischen drei und fünf Bewerbungen, doch wenn ich überhaupt eine Antwort erhalte, dann eigentlich nur Absagen. Ich war bei sage und schreibe ZWEI Vorstellungsgesprächen, aber auch danach kamen Absagen, leider.
Ach ja, ich sollte wohl erwähnen, was für einen Job ich eigentlich suche. Ich bin seit 30.09.03 Diplom-Betriebswirtin (BA) und würde am liebsten in der Logistik arbeiten, aber auch eine Stelle im Marketing oder im Vertrieb wären mir sehr recht. Der größte Krimi was meine Stellensuche angeht, läuft gerade firmenintern ab. Ich habe hier eine Stelle in Aussicht. Doch meiner Einstellung mussten erst ein paar hohe Tiere in München zustimmen, was sich von November bis Anfang Februar hingezogen hat. Und als die Unterschriften endlich da waren, ging das Hickhack mit dem Betriebsrat los. Denn es stehen noch zwei Azubis auf der Straße, bei denen eine Übernahmeverpflichtung besteht, und nun bekommt möglicherweise einer davon “meine” Stelle. Diese Woche werde ich wohl Bescheid bekommen.

Soviel zu meinem Berufsleben. Privat wird mein Alltag von einer Person dominiert: Meinem Freund Veit. Wir sind seit einem Jahr und zwei Monaten ein Paar, und sehen uns eigentlich täglich. Nur Montags und Donnerstags nicht, da schläft jeder bei sich. Montags sehen wir uns aber wenigstens zwei Stündchen in einer Kneipe, wo wöchentlich ein Event statt findet. Dazu aber später mehr. Kennen gelernt haben wir uns in einem Chat, in dem ich früher oft unterwegs war. Da er mittlerweile ziemlich mies geworden ist, werde ich den Teufel tun und hier die URL veröffentlichen… Aber damals hatte ich dort etliche Bekannte, die ich auch im echten Leben immer wieder traf. Und während ich darauf wartete, dass einer von denen wieder an den PC zurück kehrt, sprach Veit mich an. Es kam zwei Tage später zu einem “Labertreffen” ohne jeden weiteren Hintergrund, nur so zum Reden. Das Ende vom Lied: Ich war 4 Stunden später bis über beide Ohren verliebt. Natürlich wollte ich ihn das aber nicht merken lassen, damit er mir nicht gleich davon läuft. Das führte dann dazu, dass er dachte, ich sei nicht interessiert, und wir nur Freunde wurden. Zwei Monate später funkte es dann aber endgültig, und nochmal neun Tage später waren wir endlich zusammen. Das war dann am 17.12.02 und uns beiden war von Anfang an klar, dass es hier um eine ernste Sache geht.
Seine Familie ist echt toll, und das letzte Weihnachtsfest, das ich dann zum ersten Mal auch bei ihnen feiern durfte, wird mir immer in besonderer Erinnerung bleiben.
Nachdem ich nun seit eben einem guten Jahr jede Nacht bei ihm übernachte bis auf wenige Ausnahmen, und meine Wohnung nur noch als Lager für meine persönlichen Sachen benutze, haben wir nun auch beschlossen, das ganze endlich offiziell zu machen und zusammen zu ziehen. Dazu brauche ich aber erstmal eine feste Stelle. Sobald ich die habe, werde ich meinen Mietvertrag kündigen und zu ihm ziehen. Ein weiterer großer Schritt, vor dem ich natürlich auch etwas Angst habe, genau wie er. Aber wir harmonieren so gut, dass ich keine Zweifel habe, dass wir das Richtige tun. Außerdem ist in unserem Fall dann der Schritt ja auch nicht mehr ganz so groß, da ich ja eigentlich sowieso schon bei ihm wohne. Meine Miete zahle ich quasi umsonst. Ich bin nämlich vor dreieinhalb Jahren bei meinen Eltern ausgezogen, um die Ausbildung bzw. das Studium hier in Stuttgart anzutreten. Meine Eltern wohnen im ca. 300km entfernten Bamberg. Dann habe ich noch einen Bruder in Leipzig, den ich demnächst auch wieder besuchen werde.

So, nun zum dritten großen Bereich in meinem Leben. Die Calypse. Um hier nicht allzu viel Werbung zu machen, erzähle ich nur, dass die Calypse eine Online-Society ist (im Volksmund auch Community genannt), in der ich im letzten Jahr ebenfalls einige Freunde gefunden habe. Die meisten User kommen aus Kirchheim/Teck oder Stuttgart, und so trifft man sich oft. Mehrmals die Woche finden “Events” statt in und um Kirchheim, und so lernt man sich schnell kennen. Eines dieser Events ist Montags in Stuttgart im Troll, und es steht unter meiner Schirmherrschaft. Das bedeutet, ich organisiere es, kümmere mich um den Tisch etc. Jede Woche kommen zwischen 15 und 20 Leuten, und es ist wirklich jedes Mal sehr ausgelassen und feuchtfröhlich, so dass ich Dienstags immer froh bin, wenn ich den Tag hinter mir habe! Diese Woche war Faschingsparty, und in der Calypse gibt es jede Menge Bilder davon zu bestaunen, auf denen ich irgendwie nicht mehr so ganz nüchtern aussehe…

Ich denke, das waren die wichtigsten Facts über mich. Vieles wird sicher erst im Laufe der Einträge klar werden, aber ich will auch nicht zu viel vorweg nehmen. Eins noch: Ich habe hier im Geschäft leider nicht allzu viel zu tun, und daher eben auch Zeit, mein Tagebuch zu schreiben. Außerdem schreibe ich per eMail mit meiner Freundin Tanja Geschichten, die so an die 90 Seiten haben. Eine schreibt einen Teil, schickt den an die andere, die das ganze fortsetzt usw. Eine wirklich interessante Art eine Geschichte zu schreiben, da man wirklich keine Ahnung hat, wie das ganze sich entwickelt. Wir sind regelmäßig überrascht und meistens beim Schreiben genauso gespannt wie meine Kolleginnen, die ich zum Probelesen benutze. Gestern haben wir eine neue, mittlerweile die dritte “Living Story” angefangen, nachdem wir bereits eine Fantasy-Geschichte und ein Science-Fiction-ähnliches Stück fertig bekommen haben. Wenn wir irgendwann endlich einmal Zeit haben, um den Stoff endlich ins Reine zu schreiben, alle Fehler (Logik und Rechtschreibfehler) auszumerzen und so weiter, wollen wir uns auch mal um eine Veröffentlichung kümmern.

Aber Tanja hat in letzter Zeit nicht mehr allzu viel Zeit, denn sie hat seit kurz vor Weihnachten einen Freund bei Karlsruhe, der ihr Leben absolut dominiert. Meiner Meinung nach sogar etwas zu sehr. Sie haben eine Wochenendbeziehung, und da ist mir natürlich völlig klar, dass es ab Freitag mittag niemand anderen mehr gibt in ihrer Welt als Frank (ich habe selbst gute zwei Jahre Fernbeziehung hinter mir). Aber ich dachte wenigstens, dass ich sie unter der Woche ab und zu mal sehe. Aber entweder sieht sie Frank da auch, oder sie ist frustiert, weil sie ihn nicht sieht, oder ihre Katze braucht wieder Zuwendung, oder sie ist müde vom Wochenende und so weiter…

Uff, das war eine ganze Menge für den Anfang. Ich nehme mir hiermit fest vor, jeden Tag um dieselbe Zeit einen Eintrag zu machen. Morgen könnte es schon wieder interessant werden, denn heute abend steht eventuell wieder ein Calypse-Treffen an. Solange wünsch ich Euch nen schönen Tag und verabschiede mich in die Mittagspause!

Hello world!

February 25th, 2004

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